Nikolai Zwinger

Nikolai Zwinger

Der Nikolaiwinger, einer von zwei erhaltenen Resten des doppelten Stadtmauerrings um Görlitz, ist heute eine Grünanlage. Es befindet sich am Eingang zur Nikolaistraße in der Nikolaivorstadt. Die daran anschließende Eckbastei, die Hotherbastei, ist als einzige erhalten geblieben. Die erkennbaren großen Schießscharten für die Kanonen in der Hotherbastei weisen darauf hin, dass sie zur Sicherung der Vororte Nikolai und Neiße diente. 1953/54 wurde der Nikolaiwinger von den Görlitzer Bürgern nach Plänen des Gartenarchitekten Heinrich Kraft im Rahmen der staatlichen Wiederaufbauarbeiten als Garten umgestaltet.


Gehen Sie durch den Nikolaiwinger


Durch ein großes schmiedeeisernes Tor betrete ich die Grünanlage. Sofort umgibt mich eine angenehme Frische, die zwischen den Wänden herrscht. Ein Weg quert den Zwinger, ein paar Bänke stehen im Schatten der Bäume und die Autos auf der Straße sind kaum zu hören, aber ein paar Vögel zwitschern. Der Nikolaiwinger ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Ein Vorplatz mit Rasen, ein Staudengarten, die Gartenmauer und die Brunnenterrasse.

Der Staudengarten zeichnet sich durch vier Ebenen aus, die durch kleine Treppen verbunden sind. Hier gibt es ein paar Bänke, die zu einer Pause einladen. Der Hotherturm ist vom Wallgarten aus zugänglich. Sie liegt direkt neben der Stadtmauer und ist Teil der Hotherbastei. Diese Eckbastion diente der Sicherung der Nikolai- und Neißevorstadt. Die Schießscharten für die Kanonen sind heute noch gut sichtbar. Der Turm kann zu bestimmten Terminen im Rahmen der Görlitzer Turmführung besichtigt werden. Leider war dies bei unserem Besuch in der Stadt nicht möglich.
Heißer Görlitzer Turm

Beim Hotherturm gelangt man über eine neue Stahltreppe von der Bastei in die Vorstadt. Sie können aber auch weiter zur Brunnenterrasse gehen und dort den Nikolaiwinger verlassen.


Entstehung und Geschichte der Nikolaiwinger


Der Nikolaiwinger ist einer der Reste der ehemaligen doppelwandigen Stadtmauer. Der Nikolaiwinger befindet sich am Eingang zur Nikolaistraße in der Nikolaivorstadt. Vollständigen Schutz boten einst die oberen Türme, wie der Reichenbacher Turm, der Dicke Turm und der Nikolaiturm, sowie die zahlreichen Bastionen, von denen heute die Kaisertrutz und die Ochsenbastei zeugen. Die angrenzende Eckbastei, die Hotherbastei, in Verbindung mit dem Nikolaiwinger, ist bis heute erhalten.

Der Gartenarchitekt Heinrich Kraft lieferte 1953 und 1954 die Pläne für den Nikolaiwinger. Die Neugestaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsarbeit der Görlitzer Bürger im Garten. Die Strukturen wurden in den 1990er Jahren in modifizierter Form übernommen. Die Umsetzung der alten Entwürfe war nur dank unzähliger ehrenamtlicher Baustunden der Bürger möglich.

Anfang der 1990er Jahre musste die gesamte Zwingeranlage renoviert werden. Damit haben die Görlitzer 1995 begonnen. Damals war an eine originalgetreue Rekonstruktion der Gartengestaltung noch nicht zu denken. Bestehenden historischen Gebäuden wurden zeitgenössische Designelemente hinzugefügt.

Nikolaivorstadt • Nikolaiturm • Nikolaikirche

Der 1348 erstmals erwähnte Nikolaiturm, ein Rundturm mit barocker Kupferkuppel, gehörte zum alten Nikolaitor, dem nördlichen Tor der Stadtbefestigung, das um 1848/50 gesprengt wurde. Görlitzer Freunde aus ihrer Heimat restaurierten den Turm. Der nahe gelegene Nikolaiwinger ist seit 1954 ein Garten. Nordwestlich des Nikolaiturms erstreckt sich die Görlitzer Nikolaivorstadt. Stadtansichten aus dem 16. Jahrhundert zeigen bereits viele Fachwerkbauten in diesem Viertel. Hier befanden sich auch die städtischen Scheunen sowie das Schützenhaus und das Schirmhaus des Schützenvereins. Das Gebiet um Nikolaikirche und Nikolaifriedhof ist das älteste deutsche Siedlungsgebiet in Görlitz, d. h. die ersten deutschen Siedler und Kaufleute siedelten sich hier vor 1200 an (eine wesentlich ältere sorbische Siedlung befand sich im Teil östlich der Altstadt).

Auf den Grundmauern der um 1100 erbauten (erstmals 1298 urkundlich erwähnten) Pfarrkirche St. Nikolaus, der um 1100 erbauten und mehrfach durch Krieg und Feuer zerstörten Kirche, begann 1452 der Bau der dreischiffigen Nikolaikirche, eines spätgotischen Saalbaus Kirche. Aufgrund der gleichzeitigen Arbeiten an der Kirche St. Peter und Paul ging der Bau der Nikolaikirche nur langsam voran. Erst zwischen 1516 und der Weihe der Kirche 1520 konnte Wendel Roskopf d. Ä. den Kirchenbau zu einem vorläufigen Abschluss bringen. Aus dieser Zeit stammt das schöne Südportal (unvollendet) mit einem Baldachin mit Maßwerk, einem Kreuzigungsrelief und wertvollen Schnitzereien. Bereits 1545 musste das instabile und schwere Dach wieder abgetragen werden. Nach den Bränden von 1642 und 1717 waren weitere Bauarbeiten erforderlich. Die Kirche erhielt eine mit Malereien geschmückte Flachdecke und eine barocke Innenausstattung (Altar von 1720). Der Dachreiter stammt von 1786. 1925 wurde die Kirche zu einer Gedenkhalle für die Görlitzer Opfer des Ersten Weltkriegs im Stil des Expressionismus umgebaut (Bauleitung: Martin Elsässer). Zwölf Pfeiler wurden entfernt, Stahlbetonstützen hinzugefügt und anstelle der Flachdecke ein neugotisches Gewölbe eingebaut. Heute dient die Kirche als Ausstellungsgebäude.

Wertvolle barocke und klassizistische Gräber und Grabdenkmäler sind im Nikolaifriedhof nördlich der 1310 erstmals erwähnten Nikolaikirche erhalten. Hier befindet sich auch das Grabmal des Görlitzer Schuhmachers und berühmten Gelehrten (Theosoph) Jacob Böhme (1575-1624).


Der Nikolaizwinger auf der Karte


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